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Bundesvereinigung Liberale Senioren

BAGSO Deutscher Seniorentag 2015 in Frankfurt/M. (2)

Die Diskussionsteilnehmer werden vorgestellt und nach ihrer Einschätzung befragt.
Frau Molitor unterstreicht die Wichtigkeit im Zusammenleben der Generationen, damit alle gegenseitige Rücksichtnahme lernen, denn Kinder und Jugendliche nehmen Eltern und Großeltern jeweils anders wahr.
Auf das unterschiedliche Familienbild in Europa weist Frau Meissner hin. In der Europäischen Präambel werden Großeltern mehrfach erwähnt. Deutschland könnte viel von anderen Ländern lernen, denn in der deutschen Gesetzgebung kommt das Zusammenwirken von Großeltern und Enkeln nicht vor.
Frau Wittgen kritisiert, dass die Familienrichter bei Streitigkeiten und Trennungen eher die Kinder in einem Heim unterbringen, anstatt die Großeltern einzubeziehen. Vielfach werden Großeltern auch durch die Kindeseltern ausgegrenzt.

In der Diskussion werden verschiedene Sachlagen angesprochen und lebhaft mit den Zuhörern diskutiert:
- Das Wechselmodell ist in Belgien sehr verbreitet mit guten Erfahrungen, in Deutschland setzt es sich eher langsam durch.
Bei Trennung der Eltern bleiben diese wie auch die Kinder in der gewohnten Umgebung , Kinder z.B.eine Woche zu Papa eine zu Mama , die Eltern wechseln sich mit der Betreuung der Kinder im bestimmten Rhythmus ab.
- Wenn Kinder in oder mit ihrer Familie Probleme haben, wird das von Erziehern und Lehrern oft nicht erkannt. Es wäre gut, wenn diese Vertrauenspersonen mehr auf deren Sorgen eingehen und ein Gespräch mit den Eltern suchen würden. Oftmals sind Mutter oder Vater an Elternabenden verhindert. Wie wäre es, wenn Großeltern mit einbezogen werden? Oder ein spezieller Großeltern-Abend angeboten wird?

- Im Trennungs- bzw. Scheidungsstress werden die Nöte der Kinder oft nicht wahrgenommen. Auch werden sie selten gefragt, bei welchem Elternteil sie leben wollen.
In vielen Ländern Europas gibt es das gemeinsame Sorgerecht von Geburt des Kindes an, auch für ledige Eltern. Ledige Eltern in Deutschland : Dort kann der Vater auf Antrag das Sorgerecht bekommen /neu seit 2013 -Zustimmung der Mutter nicht mehr erforderlich , wenn es dem Wohl des Kindes dient.
Zum Wohl des Kindes wird vorgeschlagen, dass die Schwiegereltern gegenseitig ein gutes Verhältnis suchen sollten, um im Notfall die Verantwortung für die Enkel zu übernehmen.
- Es ist ein besonders schwieriges Problem für Trennungs-familien, wenn bei binationalen Ehen ein Elternteil in sein Heimatland zurückgeht. Überwiegend bricht der Kontakt mit einem Teil der Großeltern ab. Es ist leider nicht selbstverständlich, dass sie sich mit den Enkelkindern regelmäßig treffen können.
Der Europarat hat ein Übereinkommen für den Umgang mit Kindern ausgearbeitet. Auch darin werden Großeltern an verschiedenen Stellen erwähnt bzw. einbezogen. Aber es gibt für die Staaten keine Verpflichtung, diese Vorschläge zu übernehmen.
- Manche Großeltern stehen zeitlich nicht zur Verfügung und/oder haben eigene Interessen, was natürlich akzeptiert werden muss. Generationsübergreifend darf kein Druck auf den Einzelnen ausgeübt werden, aber jede Art des Zusammenlebens muss möglich sein.

Die Podiumsteilnehmer fassen zum Schluss ihre Hoffnungen für die Zukunft der Beziehungen zwischen Enkeln und Großeltern zusammen:

Stand der Liberalen Senioren auf der SENOVA
Stand der Liberalen Senioren auf der SENOVA
Frau Molitor ermutigt dazu, dass Großeltern eine gute Zukunft mit den Enkeln haben sollen. Alle müssen zum Wohl der Kinder zusammenarbeiten.
Frau Wittgen ruft alle Großeltern auf, für ihre Enkel da zu sein. Sie fordert insbesondere die Jugendämter zum Umdenken auf.
Zuversichtlich ist Frau Meissner für das Zusammenleben der Generationen. Dadurch haben alle Kinder gute Chancen für die Zukunft.
Herr Parr schliesst die Runde mit der Aussage, dass der liebevolle Umgang das Miteinander fördert. Nur mit Verantwortung und Solidarität können wir in Freiheit leben, denn wir brauchen einander.

Text und Fotos Red. LiS


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