Bundesverband Liberale Senioren

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Keine speziellen Einkaufszeiten für ältere Menschen

In Corona-Zeiten besonders gefährdete ältere Menschen bedürfen fraglos der Unterstützung – das Impfen ist ein gutes Beispiel. Das darf aber nicht grundsätzlich für alle Menschen über 60 gelten. Spezielle Einkaufszeiten zeugen von einem längst überkommenen Altersbild und einer weit über das Ziel hinausschießenden Fürsorge. Gut gemeint machen sie Ältere allerdings zu einem bloßen Objekt des politischen Geschehens. Die Mehrheit möchte aber gerade in diesen Zeiten ernst genommen und als Akteure in die Problemlösungen einbezogen werden.

Bild von pasja 1000 auf Pixabay

Die Pandemie wirft viele generationsübergreifende Fragen auf – ein gesellschaftlicher Grundkonsens zur gemeinsamen Bewältigung der Probleme ist zwingend erforderlich. Gerade die Älteren zeigen in kritischen Situationen Verantwortung und zupackendes Engagement, sei es z.B. in überlasteten jungen Familien oder bei anderen gesellschaftlichen Herausforderungen, die ohne ihren ehrenamtlichen Einsatz nicht zu bewältigen wären (denken wir nur an die Flüchtlingsfrage). Krankheit, Gebrechlichkeit und Pflegbedürftigkeit sind eben nur eine Seite des Alterns, die Fähigkeit und Bereitschaft Älterer, mit ihren Erfahrungen und Kompetenzen dem Allgemeinwohl zu dienen, wesentlich häufiger anzutreffen. Das sollte unser Altersbild bestimmen – trauen wir den Älteren mehr zu  und bieten wir Hilfe gezielt dort an, wo sie wirklich nötig ist. Spezielle Einkaufszeiten für alle über 60 gehören unseres Erachtens nicht dazu.

Detlef Parr

Bundesvorsitzender der Liberalen Senioren  

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