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LIS-Deutschland verschafft sich eine europäische Stimme

99 Millionen Menschen in der EU sind nach Angaben von Eurostat 65 Jahre oder älter. Während es mit LYMEC bereits seit 1976 eine liberale Jugendorganisation auf europäischer Ebene gibt, fehlt die entsprechende Organisation für die ältere Generation. Mit den ELS soll diese Lücke nun geschlossen werden; Vertreter aus sieben europäischen liberalen Seniorenverbänden haben sich bereits zu ersten Gesprächen getroffen und planen die Gründung in Brüssel und die Anerkennung durch die ALDE. Das vorrangige Ziel besteht darin, dass das Alter als Ressource und nicht als Belastung begriffen wird. Zugleich wollen die ELS auch Brücken in Länder bauen, die bisher noch über keine eigenen liberalen Seniorenstrukturen verfügen. Von LIS-Deutschland ist die stellv. Bundesvorsitzende, Heike Jankowski, für die deutschen Liberalen dabei.

Heike Jankowski

Die Idee zu den ELS entstand in Zusammenarbeit der Liberalen Senioren in Deutschland und der NEOSPlus in Österreich. Als Zusammenschluss europäischer liberaler Seniorenverbände wollen sie den Erfahrungsaustausch über nationale Seniorenpolitik mit der Entwicklung von europäischen Positionen und konkreten politischen Forderungen an das EU-Parlament verbinden. Viele Fragen der Seniorenpolitik benötigen nicht nationale, sondern europäische Antworten. Pflege und Wohnen im selbstbestimmten Alter etwa lassen sich zum Beispiel mit Modellen wie dem österreichischen Community Nursing und einheitlichen Regeln für grenzüberschreitende Pflegekräfte organisieren; wer im Rentenalter freiwillig in mehreren Ländern arbeitet, könnte durch ein portables, kapitalgedecktes Rentenkonto Vorsorge betreiben, das unabhängig von den Rentensystemen in den einzelnen Ländern besteht – die EU wächst zusammen und damit auch ihre Fragen und Antworten.

Einzelne nationale Seniorenverbände tun sich schwer, in Brüssel Gehör zu finden; der Zusammenschluss zu den European Liberal Seniors macht auf europäischer Ebene sichtbar, dass Liberale den Begriff „Senior“ nicht mit „Fürsorge- und Versorgungsempfänger“ gleichsetzen, sondern ihn ausdrücklich mit dem Anspruch versehen, ernstzunehmender Akteur in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zu sein. Die offizielle Gründung ist für 2027 angedacht.