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Weckruf für die Wirtschaft!

Elmar Conrads-Hassel, Bunesvorsitzender LIS-Deutschland, erklärt zu dem Auftritt vom Audi-Chef im Trump-Wahlkampf:

„Erst kollabiert der Standort, dann die Empörung. Wir setzen völlig falsche Prioritäten.

Dass der Audi-Chef mit Donald Trump aufgetreten ist – geschenkt. Über Symbolik und B-Noten kann man streiten. Aber während sich die Medien an Bildern abarbeiten, verpufft das eigentliche Alarmsignal völlig geräuschlos: Ein deutscher Automobilhersteller baut sein neues Werk nicht mehr in Deutschland, nicht mehr in Europa, sondern in den USA.

Der Reflex, sich über Auftritte zu echauffieren, verdeutlicht unser Kernproblem: Wir diskutieren lieber über Haltung als über Haltbarkeit.

Die harte Realität:

1. Wettbewerbsfähigkeit entsteht nicht durch Appelle: Wenn Investitionen nach Übersee abwandern, liegt das nicht an mangelnder Patriotismus-Lust der Vorstände, sondern an starrköpfiger Bürokratie, überhöhten Energiepreisen und einer Politik, die Wirtschaft als Melkkuh statt als Motor begreift.

2. Kaskadeneffekt für den Mittelstand: Mit jedem Werk, das im Ausland entsteht, hängen nicht nur Arbeitsplätze beim Autoprodzenten. Es trifft mit voller Härte die Zuliefererindustrie – das industrielle Rückgrat unseres Landes.

3. Standortattraktivität statt Symbolpolitik: Warum ist Deutschland für Zukunftsinvestitionen so unattraktiv geworden? Das muss die Leitfrage sein.

Wir brauchen keinen Aufschrei gegen Management-Entscheidungen, sondern einen Weckruf für die Wirtschaftspolitik. Statt Unternehmen Vorschriften und Steine in den Weg zu legen, müssen wir Standortbedingungen schaffen, die Investitionen hierzulande wieder attraktiv und rentabel machen.

Weniger Debatten über B-Noten. Mehr Mut zu Wettbewerb, Deregulierung und Erneuerung.“